Kletterwald Wetzlar

Sicherheitssystem im Kletterwald

Als wir 2006 starteten da gab es Klettergurt, Bandschlaufen, Karabiner, Seilrolle, Helm und Handschuhe. Wir eröffneten als einer von drei Parcours.

Klettern mit zwei Karabinern – das Klettersteigprinzip

Entstanden sind Kletterwälder aus dem pädagogischen Hochseilgarten. Hier kletterten immer zwei Personen, die sich absprechen mussten nach dem 4-Augen-Prinzip. Das ganze sah dann so aus, dass man beim anderen immer nachfragen musste und Rückmeldung abwarten sollte, bis ein Karabiner nach dem anderen umgehängt wurde. Man wollte die Menschen ins Gespräch in die Kooperation durch Kommunikation bringen. Doch im Zeitalter von Handy, Smartphone und WhatsApp wird Kommunikation völlig überbewertet.

Zwei Karabiner – einen nach dem anderen umhängen

Das System hat mit den zwei Karabinern hat sich nach wie vor etabliert. Erst Jahre nach den ersten Kletterparks, die sich ab 2008 stark vermehrt haben, kamen auf einmal Sicherungssysteme auf den Markt. Durch die steigendes Zahl von Parks, stieg natürlich auch die Zahl der Besucher deutschlandweit. Und damit natürlich auch die Gefahr, dass es irgendwann zu Unfällen kommt.

Entwicklung unterschiedliche System in der Kletterbranche

Verschiedene Hersteller und dadurch natürlich auch verschiedene Ansätze. Manch einer nutzt zwei Rollenkarabiner ,die durch einen Zug am Lanyard verriegelt werden. Manko bei diesem System: Es kann durch eine Druck mit dem bloßen Finger manipuliert werden. Andere Systeme setzen auf einen Magneten für die Verriegelung von zwei Karabinern. Dadurch wird gewährleistet, dass der Kletterer nur noch an bestimmten Stellen die Karabiner ein- und umhängen kann. Die Gefahr eines kompletten Aushängens in den Parcours wird schier unmöglich.

Sicherheit im Kletterwald

Rollenkarabiner für einfache Handling

Wieder andere Systeme setzen auf einen Rollenkarabiner, der am Anfang des Parcours eingehängt wird und dann über die Sicherungsleine mitläuft. Vorteil und Nachteil zugleich: Die Teilnehmer können in jeder Übung bei Kraftlosigkeit aus der Übung gerollt werden. Was der Nachteil dabei ist? Es wird für viele anspruchslos, weil sie sich vorne einhängen und durch die meisten Übungen einfach nur noch durchrollern.

Braucht es noch Kraft, Anspruch und Talent zum Klettern?

Durch das komplette Durchrollen durch die Übungen und sogar gesamte Parcours geht der Anspruch beim Klettern nahezu verloren. Also:
Kein Anspruch – aber natürlich das gute Gefühl: alles geschafft zu haben! Yeah – Selbstsverarschung wird möglich. Und das Talent? Bleibt definitiv auf der Strecke oder mit anderen Worten: Talent wird überbewertet.

Bornack SSB mit Schlüsseln am Sicherungsseil

Bei unserem Sicherungssystem von Bornack habt ihr nach wie vor zwei Karabiner, die nacheinander umgehängt werden müssen. Damit ein Aushängen unmöglich wird, sind am Sicherungsseil Schlüssel installiert. Hier muss der ausgehängte Karabiner eingehängt UND verriegelt werden. Damit öffnet sich der andere Karabiner und kann zum ersten Karabiner dazu gehängt werden. Dazu muss man vorab wissen, dass sich nur ein Karabiner von beiden öffnen lässt.
Vorteil: das System ist nicht manipulierbar.
Weiterer Vorteil: Rückbesinnung auf das Klettern, weil ihr euch konzentrieren müsst. Back to the roots.

Wir sind ja e nicht multitaskingfähig!

Kletterwald Wetzlar Materialschlacht

Und wohin geht der Trend heute?

Wie oben schon beschrieben, wird Kommunikation völlig überbewertet. Und durch die Hektik, die der Gesellschaft auferlegt wird, muss es auch in der Freizeit immer „schnell, schnell, schnell“ gehen. Die Zahl der Kletterparks, die ihr System auf ein sogenanntes Durchgehendes Sicherungssystem umstellen, nimmt zu. Was ist der Vorteil? Das sind im Prinzip zwei Faktoren, die auch gleichzeitig ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen:

  1. Einmal einhängen und ohne nachzudenken
  2. fast unkaputtbar, weil einfaches Design und einfaches Handling

Nur mit solchen Sicherungssystem ist es wirklich möglich Massen durch die Parks zu schleusen. Vorne einmal einhängen und ohne Reflexion und möglichst wenig Anspruch durch die Parcours rutschen. Am besten ohne technischen Anspruch und dem Drang sich bewegen zu müssen, da einige System auch eine komplette Rolle verwenden. Ist doch klar: die Gäste zahlen für Stundenpakete und müssen nach abgelaufener Ticketzeit aus dem Parcours zurück zum Kassenhaus gespült werden. Und ab geht es zum nächsten Abenteuer des Tages.

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Event für Höhenerfahrung im Kletterwald Wetzlar

So hasten wir dann von einem zum anderen Abenteuer

Statt uns mehr und mehr auf das Hier und Jetzt zu besinnen und den Moment genießen, muss es immer höher, schneller, weiter gehen.

Das muss aber nicht sein. Wir bieten unterschiedliche Bausteine für teambildende Maßnahmen. Hier ein aktueller Blogbeitrag