Kletterwald Wetzlar

Aktuelles rund um den Kletterwald Wetzlar

Allergische Reaktion durch Eichenprozessionsspinner

Aus aktuellem Anlass geht es heute um das Thema des Eichenprozessionsspinner. Dieser Falter, bzw. dessen Raupe wird hessenweit mehr und mehr zur Plage.

Frei-Talk zum Thema Eichenprozessionsspinner im Kletterwald und anderen Wäldern

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Zahnspinner

Gefährdungsursache

Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den „Nestern“, deshalb ist die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine anhaltende Gefahrenquelle.

„Wir sind dabei selbst die Bäume regelmäßig zu untersuchen und zu beseitigen die Nester, weil wir selbst ausgebildete Baumpfleger sind. Nur durch die Beseitigung der Nester können wir nachhaltig dafür Sorge tragen, dass keine weiteren Eier der neuen Falter gelegt werden, die sich im nächsten Jahr wieder verpuppen. Ein Einsatz von Spritzmitteln ist dann auch nur in Ausnahmefällen nötig.“

Die Raupe des Eichenprozessionsspinner

Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs (Gräser, Sträucher).
Eine Grund-Gefahr kann nie ganz ausgeschlossen geworden. Egal in welchem Waldgebiet ihr euch aufhaltet.
Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums (Mai, Juni) des Eichen-Prozessionsspinners. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die (fast unsichtbaren) Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern zeigen:

  • Kontakt-Urtikaria (Quaddeln)
  • toxische irritative (Reiz auslösende) Dermatitis (Hautentzündung)
  • anhaltende Papeln (Knötchen), die an Insektenstichreaktionen erinnern.

Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika (z.B. Cetirizin). Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Hier wären Kortisonsprays und Sprays mit Bronchien-erweiternden Mitteln erforderlich. Selten ist eine stationäre Behandlung mit Kortison- oder Euphyllininfusion notwendig. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf.
In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Allergische Reaktion

Wie kann man Abhilfe schaffen – sofern man überhaupt auf die Haare reagiert?

  1. Raupen und Gespinste nicht berühren
  2. Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika (z.B. Cetirizin) helfen.
    → Kratzen treibt die Gifthaare nur weiter in die Haut hinein !
  3. Nicht über die Kleidung, Schuhe die Brennhaare in die Wohnung tragen.
  4. Betroffene Kleidung umgehend wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.
  5. Duschen und Haare waschen.
    → Kaltes Wasser lindert ggf. den Juckreiz
  6. Augen mit viel Wasser ausspülen.

Das Dramatische ist halt nur, wir können bei uns im Wald noch so viele Nester beseitigen, um den Eichenprozessionsspinnern den Gar ausmachen zu wollen.
Da die Stadt auf den Nachbargrundstücken mit Eichenbestand – die direkt an den Festplatz angrenzen – keine Maßnahmen ergreifen möchte, um die Nester dort zu beseitigen, ist es für uns ein Kampf gegen Windmühlen.
Im Haushaltsplan ist dafür keinerlei Geld im Bereich Tennisplatz, Zugang zum Festplatz und rund um das Festplatzgelände vorgesehen. Dennoch bleiben wir dran und beseitigen Nester, sobald wir diese von unten sichten.

Ganz ausschließen kann man den Kontakt dennoch nicht. Die Haare fliegen noch nach Jahren durch die Wälder und auch vielen anderen Wäldern – in denen nicht Verkehr, wie in einem Kletterwald eröffnet wurde – sind vielleicht betroffen.
Somit kann man sich dort die Haare einfangen. Die Frage ist halt nur, ob man generell zu denen gehört, die darauf allergisch reagieren.